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Rees und wie er die Welt sah

Weltmusik-Tipp von Frank von Niederhäusern für Radio Magazin Nr.44 /2002

Rees Gwerder: Das Konservatorium

Schweiztouristen aus aller Welt packen in ihr Rückfluggepäck oft auch CDs mit hiesiger Volksmusik. Worldmusic made in Switzerland – einer der unermüdlichsten Promotoren dieser Sparte ist Cyrill Schläpfer, bekannt geworden mit seinem Film „UR-Musig“. Nun würdigt Schläpfer seinen wichtigsten Schützling Rees Gwerder mit einer aufwändigen Dokumentations-Box. „Rees Gwerder – Das Konservatorium“ präsentiert einen der eigenwilligsten Vertreter der urig-traditionellen Schweizer Volksmusik. Denn der Schwizerörgeler aus Arth (1911-1998) war nicht nur ein begnadeter Musiker, der mit fünf Jahren zu spielen begann, niemals Noten lernte, dafür an die 300 „Standards“ in seinem Gedächtnis speicherte und fleissig neue komponierte. „Das Konservatorium“ umfasst vier CDs mit Musik-, aber auch Sprachdokumenten aus Radio-Sendungen, darunter zahlreiche unveröffentlichte Aufnahmen aus den Jahren 1962-98. Im 74-seitigen Booklet ist Gwerder zu lesen und auf Fotos zu sehen, zudem wird seine Bedeutung von Fachleuten gewürdigt. „Ich has Konservatorium vom Vater, und eifach vom Publikum“, hat Gwerder einmal gesagt. Über Schläpfers „Konservatorium“ wäre er wohl derart gerührt, dass es für ihn nur eine Reaktion gegeben hätte: Maul halten, Brissago anstecken, zum Örgeli greifen – und spielen. 

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