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Dem Zauren, Rollen und Schellen der Silvesterchläuse gelauscht

 von Gäbi Lutz für 'Appenzeller Zeitung' vom 31. Dezember 1992

 

Der in Zürich lebende Ausserrhoder Tontechniker und Musikproduzent Cyrill Schläpfer hat drei Urnäscher „Chlauseschuppel“ begleitet; die Klänge sind nun auf CD zu hören.

Seit Jahren beschäftigt sich der 33jährige Tontechniker und Musikproduzent Cyrill Schläpfer mit Urklängen, die eine magische Anziehung auf ihn ausüben. Nach verschiedenen Studienreisen im Ausland und zahlreichen Film- und Musik-Projekten ist der gebürtige Wäldler der Faszination der Silvesterchläuse „erlegen“. Am Alten Silvester 1990 und 1991 hat er im Tal der Urnäsch eindrückliche Tondokumente gesammelt. Die Silvesterchläuse mit ihrem urtümlichen Schellen und Rollen und den eigenwilligen Chlausezäuerli sind nun auf Cyrill Schläpfers Label „CSR Record“ in Zürich als CD „Am alte Silveschter z'Urnäsch“ erschienen.

Cyrill Schläpfer hat drei „schöni“ und „wüeschti“ Urnäscher Schuppel. Auf der CD sind der „Büel Bänkli“ -, der Oberfeld- und der (wüeschti) Dörfli-Schuppel zu hören. Die faszinierenden Live-Aufnahmen haben das überlaute Rollen- und Schellengeläut ebenso professionell „eingefangen“ wie die feierlichen Chlausezäuerli: Nachdem der Vorzaurer ein Zäuerli angestimmt hat, setzt die Gruppe ein und baut ein solides Fundament, das „Gradhebe“, für die Melodie auf. Der wehmütige, melancholische A-capella Gesang gleitet - einem musikalischen Bogen gleich - in immer fröhlichere Töne über.

Mit der eindrücklichen Einspielung ist dem Heimweh-Appenzeller Cyrill Schläpfer, der seit 1989 seine eigene Produktionsfirma CSR-Records in Zürich betreibt, ein kleines Meisterwerk gelungen. In der Silvesterchlaus- Produktion konnte er seine reiche Berufserfahrung mit seiner Liebe zu den Urklängen und zum Appenzeller Brauchtum verbinden. Mit dem Appenzellerland verbinden Cyrill Schläpfer nicht „nur“ die Klänge und das Bürgerrecht von Wald: Der in Luzern aufgewachsene „Tonmensch“, der seit mehr als 20 Jahren verschiedene Instrumente spielt, hat bei Dani Fehr („Spindle“) und bei Walter Alder Hackbrett gelernt. Manchmal träumt er davon, mit dem Appenzeller Space Schöttl eine CD zu machen. Auch bei diesen Klängen wäre viel Arbeit und Feingefühl nötig. Cyrill Schläpfer hat mit seinen nun vorliegenden Aufzeichnungen gezeigt, dass er höchsten Anforderungen zu genügen vermag.

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