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Ländlerfilm „UR-MUSIG“ erobert Locarno

von Vinzenz Hediger/Florian Inhauser für 'BLICK, 8.8.1993

LOCARNO -  Ein Schweizer Film der  besonderen Art erobert die Herzen des Festivalpublikums von Locarno: „UR-Musig“ des jungen Luzerners Cyrill Schläpfer (34) ist ein Ländlerfilm wie es ihn noch nie gegeben hat.

Ohne Heidi-Romantik, dafür mit feinem Gehör spürt Schläpfer dem Ländler dort nach, wo er noch wirklich urchig ist: Auf den Alpen, wo die Sennen beim Melken „juuzen“ und in Stuben und Beizen, wo die Bauern bei „Krummen“ und Bier handörgeln und hackbretteln.

„Ich mag diese Musik, und ich mag diese Leute“, sagt der in Boston (USA) ausgebildete Jazzmusiker Schläpfer. Die Suche nach urtümlicher Volksmusik war für ihn eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

Der gebürtige Appenzeller hat denn auch nichts dagegen, wenn man „Ur-Musig“ einen Heimatfilm nennt: „Heimat brauchen wir alle“, meint Schläpfer, der Bräuche und Musikformen wie Alpsegen, Betrufe, Jüüzli, Zäuerli und Lockrufe an Originalschauplätzen in 80 Stunden Ton- und 16 Stunden Bildaufnahmen festhielt.
Über drei Jahre dauerten die Dreharbeiten in der Innerschweiz und in Appenzell. Das Ergebnis: Eine langsame, eine sorgfältige Annäherung an die musikalischen Schätze der urchigen Älpler, ein Filmdenkmal für die Schweizer Folklore.

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